Beiträge zum Stichwort: Songwriter

Villagers - Becoming A Jackal

villagersEs ist nicht so einfach, von sich reden zu machen, wenn einem die große Shownummer nicht liegt. Conor O’Brien ist ein folkiger Singer/Songwriter mit Band - so weit, so gähn. Aufgrund einiger feiner Auftritte zerreisst man sich aber in Übersee und überm Kanal schon seit einiger Zeit das Maul über den jungen Mann mit den dunklen Texten und den schwelgerischen Songs. Ohne die rohe Wut der frühen Stücke seines Namensvetters Oberst, aber mit einem ähnlichen Gefühl für Dramatik gesegnet, stellt O’Brien sein Herz der Finsternis aus: dem nur die eigene Stimme Trost bringt, das Pfeifen im Walde. In „Becoming A Jackal” steckt soviel Schönheit ohne Kalkül, dass es beängstigt. Die Worte fließen selbstverständlich aus seiner Kehle, als seien die Songs schon immer da gewesen. Und selbst ein hübscher, verdrehter Tweepopsong springt mit „The Pact (I’ll Be Your Fever)” heraus. Bereits auf ihrem ersten Album klingen Villagers vollendet. Wenn das mal kein Trugschluss ist.

“Becoming A Jackal” ist bereits bei Domino erschienen.

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Elliott Smith - Roman Candle

elliottsmithEin kaum Mehrwert erzeugendes Remastered-Re-Release des großartigen Elliott-Smith-Debüts. Oder: Die Musealisierung des 2003 verstorbenen Songwriter-Genies ist endgültig nicht mehr zu stoppen. „Roman Candle“, das Solodebüt von Elliott Smith, markiert in Rückblicken gerne den pointierten Startpunkt einer außergewöhnlichen Songwriter-Karriere. In Wahrheit war der 2003 gestorbene Smith 1993 aber noch Teil seiner Band Heatmiser und musste erst von seiner Freundin überredet werden, die heute als „Roman Candle“ bekannten Keller-Aufnahmen an ein Label zu schicken. Wer weiß, vielleicht wäre Elliott Smith sonst heute ein (möglicherweise noch lebender) Unbekannter. So aber: ab ins Museum mit ihm. Denn nur schwerlich kann man dieses Re-Release, bei dem die Original-Stücke nur neu gemastert wurden (mit kaum hörbarem oder irgendwie erhellendem Effekt), anders interpretieren als mit diesem Statement: Eben war Smith irgendwie noch Teil einer Indie-Gegenwart. Durch die Vorsilbe „Re-“ wird er spätestens jetzt historisch. Dem Album ist das egal: Noch immer liegt eine bedrückend-düstere Grundstimmung über den neun verrauschten Stücken, noch immer klingen die Gitarren seltsam bauchig oder der Gesang zu leise. Aber genau so hatte es Smith selbst einst auch abgemischt.

“Roman Candle” (Remastered Version) ist bereits bei Domino/Indigo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Maximilian Hecker - I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son

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Er rasiert sich nicht mehr, meditiert bis zu sechs Stunden täglich, trägt Jogginghosen und will nicht mehr und weniger als „eine Kampfansage an das Musikbusiness“ wagen. Verantwortlich für den radikalen Umbruch in Heckers Werk soll die Begegnung mit einer japanischen Prostituierten namens Nana sein, die sein Leben veränderte. Der Indie-Liebling mit allen Anforderungen von außen und innen war einmal, jetzt ist Hecker nur noch er selbst. Und man mag kaum glauben, was man da hört: Ein radikal reduziertes Album, das unschuldig und verletzlich vor einem steht. Und dem eine ungeheure Wahrhaftigkeit inne wohnt. Gebannt geht mit den Weg durch die Songs mit, durch die einen ein zitternder und dennoch in sich ruhender Künstler führt, der mit jeder Zeile ausstrahlt, bei sich angekommen zu sein. Wie ein Gesprächspartner, der einen mit fast schmerzend ehrlichen Augen ansieht und von sich erzählt. Diese hohe Kunst des reinen und unverfälschten Gefühls, zelebriert von Liwa, Lennon, Van Morrison und Dylan, ist jetzt Heckers Metier. Auch wenn er erst verschüttet gehen musste, um aufzuräumen.

“I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Son Again” erscheint am 26. März bei Blue Soldier Records / Rough Trade Distribution.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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A Fine Frenzy - Bomb In A Birdcage

a-fine-frenzyNicht dass wir vorschnelle Urteile unterstützen, aber der erste Eindruck trügt nicht. Bereits ein flüchtiger Blick aufs Cover des Nachfolgers von „A Cell In The Sea“ lässt aufmerken: Während Alison Sudol bei ihrem Debüt noch unter sich schaute, wird auf „Bomb In A Birdcage“ die Brust vorgestreckt. Selbstbewusster klingen die neuen Songs, die sich nach dem hübschen Folk-Ditty zu Beginn zu meisterhaft gedrechseltem Singer/Songwriter-Pop emporschrauben. Für jemanden, der alleine am Klavier anfing Konzerte zu spielen, schrammt das überaus einfallsreiche Album häufiger mal haarscharf an der Überproduktion vorbei, aber vielleicht gehört das noch zum Ausprobieren in Ermangelung einer unumstößlichen Vision: langweilig ist die Mischung aus Dreampop, Elektrocountry und Pianoballaden dadurch immerhin nie – wenn auch manchmal der rote Faden fehlt.

“Bomb In A Birdcage” erscheint am 28. August bei Virgin/EMI.

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=61776490

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John Vanderslice - Too Much Time

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Schau an, den kannte ich noch gar nicht: John Vanderslice aus Gainesville, Florida, macht angenehmen Singer-Songwriter-Pop. Keine Weltrevolution, aber ein feines Stück Musik. Nachzuhören auf seinem aktuellen Album “Romanian Names”. Vom 2007er-Album “Emerald City” hat mir ein sehr geschätzter Freund zwei Jahre lang vorgeschwärmt… da muss wohl nochmals nachgehört werden.

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Fink - Sort Of Revolution

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Fin Greenall macht wieder regnerische Versprechungen. Kein Wunder, wenn man aus Brighton kommt und das Salz der Meerluft einem schon in jungen Jahren auf Haut und Seele brennt. Irgendjemand wird ihm auch erklärt haben, warum er überall auf der Welt als „Fink“ bekannt und nur in Deutschland als „Fink (UK)“ gebrandmarkt ist. Einen Song hat er aus diesem Umstand noch nicht gemacht, was schade ist, denn die Texte des wunderbaren Songwriters strotzen auch auf seinem dritten Album, „Sort Of Revolution“, vor feinen Alltagsbeobachtungen, klarem Blick und fraternisierungswürdigem Schmerz. Kein Wunder, dass das ansonsten doch so sehr auf akademische Beats und experimentellen Touch setzende „Ninja Tune“-Label für Finks dortiges Debüt „Biscuits For Breakfast“ die Hauspolitik kurzerhand konterkarierte und seitdem den Begriff „Songwriter“ im Portfolio führte. Die Stücke für sein neues Album sind übrigens hauptsächlich in Zusammenarbeit mit John Legend entstanden, der glücklicherweise der Versuchung widerstand, Greenall zu etwas anderem zu überreden als das, was er am besten kann: Sich dem Schmerz zu ergeben und wunderschöne Folk-Songs daraus zu machen. Mit oder ohne Regen.

“Sort Of Revolution” erscheint am 22. Mai über Ninja Tune/Rough Trade.

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Bon Iver - Skinny Love

“I told you to be patient
I told you to be fine
I told you to be balanced
I told you to be kind
Now all your love is wasted?
Then who the hell was I?
Now I’m breaking at the britches
And at the end of all your lines”

Bon Iver. Skinny Love. Live at Jools Holland. Fantastisch.

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