Beiträge zum Stichwort: Sonic Youth

[Album] Mogwai – Les Revenants

mogwai„Simon Werner A Disparu” von Sonic Youth ist ein Bruder im Geiste dieses neuen Mogwai-Albums. Beide sind Auftragsarbeiten – instrumentale, gitarrenlastige Soundtracks zu französischen Thrillerstoffen, in diesem Fall einer Geisterserie. Während „Simon Werner” eine interessante, aber lässliche Fußnote im an Neben- und Abseitigkeiten nicht armen Werk der New Yorker Noisehelden darstellte, bietet „Les Revenants” geradezu erstaunlich starkes Material. Mogwai entfernen sich nicht allzu stark vom Sound ihrer ohnehin oft filmisch klingenden Album, minus der obligatorischen Gitarrenausbrüche. Einen Ausreißer gibt es allerdings: „What Are They Doing In Heaven Today?” ist eine für Mogwai absolut untypische Gospelnummer mit Gesang, die damit auf einmal wie Spiritualized klingen.

“Les Revenants” ist bereits bei Rock Action/PIAS erschienen.

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[Album+Video] Lee Ranaldo – Between The Times And The Tides

Bei Sonic Youth war Lee Ranaldo der Frontmann aus der zweiten Reihe: Kein Deut weniger einfallsreich an der Gitarre als Thurston Moore, mit ebenso guten Songs wie Kim Gordon, aber immer einen respektvollen Schritt hinter dem ehemaligen Alternative-Traumpaar. “Between The Times And The Tides” ist nach einigen experimentelleren Arbeiten sein erstes Soloalbum, das man guten Gewissens unter Indierock einsortieren kann. Dabei hat er das Genre quasi miterfunden. Eine angenehme Unaufgeregtheit geht von den Stücken aus, die nur noch scheu mit den Dissonanzen seiner ehemaligen Band liebäugeln: Gitarrensoli und wurlitzernde Orgeln rücken das Ganze manchmal in beachtliche Nähe zu Classic Rock. Dass Wilco-Gitarrenheld Nels Cline zum Teil mitmischt, ist da kaum verwunderlich.

“Between The Times And The Tides” ist bereits bei Matador/Beggars/Indigo erschienen.

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[Album] Thurston Moore – Demolished Thoughts

thurston-mooreEine E-Gitarre ist nicht einfach eine laute Gitarre. Rock’n'Roll und Punk haben überzeugend dagegen argumentiert, aber vermutlich erst der soundfetischistische Avantgarderock von Sonic Youth hat das Instrument vollständig vom Nylon-bespannten Sechssaiter emanzipiert: Was Stromgitarren können, können nur Stromgitarren. Da scheint es nahezu eine radikale Idee von Sonic Youths Thurston Moore ein folkiges Akustikalbum einzuspielen. Den Kompagnon an der Seite hätte er sich dafür allerdings nicht besser aussuchen können: Der Folkie und Teilzeit-Noisenik Beck produzierte und führt Moore zielsicher aus dem Krach zu freundlichen Gitarrenpickings und Celloläufen. „Demolished Thoughts” ist ein leises, intimes Album, das den Bilderstürmer als hervorragenden Songwriter zeichnet. Nicht überraschend. Aber bei dem Lärm bekam man das nicht immer mit.

“Demolished Thoughts” ist bereits bei Matador/Beggars/Indigo erschienen.

Anhören kann man sich das komplette Album hier.

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[Album] tUnE-yArDs – w h o k i l l

tuneyardsGeschichtet, verdichtet: Die Songs von Merill Garbus sind eine One-Woman-Show mit Reizüberflutungsgarantie. Die Musikerin baut Drum-Loops, Vokal-Samples und Ukulele zu einem rotierenden Soundkosmos zusammen, in dem zwar alles drunter und drüber geht, aber irgendwie mit System. Im Geiste verwandt mit dem jungen Beck, Sonic Youth und den Dirty Projectors, nimmt sie von dem einen das autonome Selbstverständnis, von denen den Krach und von den anderen das Verständnis komplexer Strukturen in Popsongs. Zum ersten Mal hat Garbus in einem Studio aufgenommen, das trotzdem auf dem Album groß wie ein Schuhkarton klingt. „w h o k i l l” ist experimenteller R’n'B, der weniger mit Melodien als mit Unmittelbarkeit punktet – schwer schuftender Soul oder viel zu verkopfter Punk. Und gute Musik sowieso.

“w h o k i l l” ist bereits bei 4AD/Beggars/Indigo erschienen.

tUnE-yArDs – Bizness (Enjoyed Mix) by Enjoyed

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Wye Oak – Civilian

wye-oakAuch wenn die Vorgängeralben bereits Schönheit andeuteten, die ganze Kraft ihrer Live-Performances haben Wye Oak mit „Civilian“ endlich auch in Gänze auf Albumlänge ausbreiten können. Zehn Songs, die aus der Welt fallen. Andy Stack am Schlagzeug und Keyboard und Jenn Wasner an der Gitarre und mit zerfasertem Gesang – Das genügt, um eine ganze Welt aus den Kontinenten Built To Spill, Sonic Youth, Folk und Dreampop zu erschaffen. In klassischer Mit-Neunziger-Lakonie rotten sich die Ideen zu Songs zusammen und vermeiden dabei elegant den typischen Fehler der Neo-Shoegazer allerorten, denen Geschwindigkeit als Allheilmittel dient. Nicht so bei dem Duo aus Baltimore, das selbst bei schnelleren Stücken wie „Holy Holy“ jegliche Anbiederung an den feisten Überschwang vermeidet und lieber auf die sicherlich tausendfach gehörten Akkorde von „Daydream Nation“ zurückgreift, bevor es in eine zünftige Indie-Kirmes ausartet. Die würdevolle Stimme Jenn Wasners tut ihr Übriges. Tolles Album, sowohl für Erinnerer als auch Spätgeborene.

“Civilian” erscheint am 7. März bei City Slang.

Wye Oak – Civilian by cityslang

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Autolux – Transit Transit

autoluxMit Autolux hat vermutlich niemand mehr gerechnet: 2004 erschien ihr Debüt „Future Perfect”, dessen stoischer Opener „Turnstile Blues” Stereolab und Sonic Youth so kongenial zusammendachte, dass der Rest der Platte dagegen leider ein wenig verblasste. „Transit Transit” schließt trotz der langen Pause nahtlos an den Vorgänger an. Krach und Repetition stehen weiterhin hoch im Kurs, Autolux haben vor allem Aktien in Krautrock, Shoegazing und vielleicht noch ein winziges Depot in Grunge. Das selbstbeherrschte, unglaublich präzise Drumming von Carla Azar hält die Songs zusammen – vermutlich ist das Schlagzeug sogar das prominenteste Instrument auf „Transit Transit”. Es muss ja nicht jeder Song solo auf der Akustikgitarre funktionieren. Als Trio mit fliegenden Fäusten klingen Autolux aber prächtig.

“Transit Transit” ist bereits bei ATP erschienen.

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Sonic Youth – The Eternal

51cgns2dql_ss500_Nerds just want to have fun: Für ihr fünfzehntes Studioalbum haben Sonic Youth die für sie typische Klangforschung in den Hintergrund gerückt, um vergleichsweise gerade Songs zu schreiben: Seit den als kommerziell verschrienen Platten „Goo” und „Dirty” haben Sonic Youth nicht mehr so unverstellt gerockt wie heuer. Songs wie „Sacred Trickster” oder „What We Know” sind Musterbeispiele für Dynamik und Effizienz. Dafür ist „The Eternal” wohl das Album mit den offensichtlichsten Selbstzitaten. Sei’s drum, wer es schafft, dass eine kreative Verschnaufspause so gut klingt, darf auch mal Dienst nach Vorschrift machen.

The Eternal” erscheint heute bei Matador/Beggars/Indigo.

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Sonic Youth – Sacred Trickster

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Es scheint ein gutes Jahr für alte Helden zu werden: Eine neue Pixies-Tour steht anscheinend bevor (eine Platte wird’s dank der Verweigerung von Kim Deal leider nicht geben…dumme Kuh)und auch Sonic Youth werden am 8. Juni bei Matador Records ihr 16. Album “The Eternal” veröffentlichen. Als Vorgeschmack gibt’s den darauf enthaltenen Track “Sacred Trickster”, aufgenommen bei einer “Secret Show” in London.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Sonic Youth – live im Juli 2008

sonic youthDa werden Erinnerungen wach: Ein Live-Mitschnitt des Umsonstkonzerts der Kmob um Thurston Moore und Kim Gordon vom 4. July 2008 im New Yorker Battery Park. Organisiert und ausgestrahlt vom großartigen Freeformradio WMFU. Einige Fotos findet man hier und hier (Foto oben: Jason Bergman).

WFMU Intro
She Is Not Alone
Bull in the Heather
Silver Rocket
Skip Tracer
The Sprawl
The World Looks Red
Jams Run Free
Hey Joni
Cross the Breeze
The Wonder
Hypertstation
Drunken Butterfly
Making the Nature Scene
Pink Steam
Schizophrenia
100%.

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