Beiträge zum Stichwort: Soul
Adele - 21
18. Dezember 2010
Entspannter sei sie geworden, mehr im Reinen mit sich selber und vergebender, sagt Adele über den Zustand, in dem sie die Songs für ihr neues Album geschrieben hat. Mit Mos Def, Kanye West und Mary J Blige als Einflüssen im Kopf und zwei ausgewiesenen Produktionsassen an ihrer Seite: Rick Rubin und Paul Epworth haben sich ihrer angenommen und ersterer hat ihr gleich einen veritablen Hit auf den zarten Leib gezimmert: „Rolling In The Deep“ ist eine schwüle Disconummer, die aus den Tiefen des Gospel und Blues schöpft. Doch nicht nur im Uptempo-Bereich punktet Adele, auch bei den klassischen Balladen wie „Turning The Tables“ wird die Entwicklung von „19“ zu „21“ deutlich. Die Gänsehaut kommt bei perfekter Produktion und der voluminösen Stimmkraft der 22-Jährigen noch schneller als bei „Chasing Pavements“. One-Album-Wonder? Quatsch, dafür fließt bei Adele zu viel Tom Waits, zu viel Soulpop durch die Adern, der locker über zwei bis drei austauschbare Songs hinwegsehen lässt.
“21″ erscheint am 21. Januar bei XL Recordings/Beggars.
Musik
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Cee Lo Green - The Ladykiller
6. Dezember 2010
Es gibt so Typen, „Charaktere“, die, egal was sie auch anfassen, am Ende immer alles zu Gold machen. Cee Lo Green, Sänger und eine Hälfte des Alternative-Rap-Soul-Duos Gnarls Barkley, ist einer von ihnen. Vielleicht noch um den Zusatz „mittlerweile“ ergänzt. Denn so sehr er in den letzten Jahren für Songs wie „Crazy“ (2006) oder das zweite Gnarls-Barkley-Album „The Odd Couple“ (2008) auch hochgejubelt wurde, verlief der Anfang seiner Karriere doch etwas holperig: Als Teil der Rap-Combo Goodie Mob erntete er erste Achtungserfolge, in den Genuss kommerziellen Erfolgs kam er aber trotz dreier gemeinsamer Alben nicht wirklich. Das änderte sich erst, als er Ende der 90er die Band verließ und sich verstärkt auf seine eigene Karriere konzentrierte – mit dem bekannten Ausgang. Das dieser Tage erscheinende „The Ladykiller“ ist nun bereits Cee Lo Greens drittes Soloalbum, und mit dem will der wuchtige Sänger endgültig ganz oben in der Popliga angreifen. Anders ist die Vorab-Single „Fuck You“ (aka „Forget You“) nicht zu erklären; ein funkiges Soul-Pop-Monster mit charmantem 60s-Backgroundchorus und einem Lollipop-Vibe, der jedes Herz vor Freude hüpfen lässt. Und auch wenn keiner der übrigen Songs einen ähnlichen Bubblegumfaktor aufweist, ist das Album dennoch erstklassig. Als da wäre zum Beispiel die elektrisierende Synthpop-Nummer „Bright Lights Bigger City“, das knisternde „Please“ featuring Selah Sue oder die poppige Big-Band-Nummer „Satisfied“. Allesamt voll gestopft mit ausladenden Streichern und Greens herausragender Stimme. So muss Popmusik klingen.
“The Ladykiller” ist bereits bei Warner erschienen.
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Asa - Beautiful Imperfection
29. November 2010
Uh-uh-reicher Soul-Pop mit einer wunderschön smoothen Stimme und aus dem Ärmel geschüttelten Melodien, die man gleich mitpfeifen möchte, kann, muss. Asa stammt eigentlich aus Nigeria und wirkt mit der kaputten Streberbrille und dem Hut absolut schon wie die nächste Retro-Soul-Diva. Liest man diese ersten zwei Sätze, muss man natürlich fürchten, dass diese tiefen gefühlvollen Songs Radio-Hirnis oder gar den Werbern zum Opfer fallen, denn die Trennschärfe zwischen Soul-Diva und “die Kleene aus dem neuen Commerzbank-Spot” war noch nie schwächer. Um diesen Schatz hier noch etwas zu hüten, sei es nur leise erwähnt: ganz großes Album, ganz tolle Frau, ganz tolle Texte. Bloß nicht weitersagen.
“Beautiful Imperfection” ist bereits bei Naive/Indigo erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
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Andreya Triana - Lost Where I Belong
26. August 2010Als Verstärkung von Flying Lotus und Bonobo haben wir die wunderbare Soulstimme von Andreya Triana an dieser Stelle ja schon mehrfach abgefeiert. Jetzt erscheint - produziert von “Bonobo” Simon Green - das Debütalbum von Andreya, das in sympathischer Erhabenheit zu den bisher schönsten Scheiben des Jahres gehört. Selber überzeugen mit dem Video zu “A Town Called Obsolete”.
“Lost Where I Belong” erscheint am 27. August bei Ninja Tune / Rough Trade.
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Janelle Monáe - The Archandroid
13. August 2010
Man ist schnell mit dem Begriff Retrofuturismus zur Hand, möchte man Janelle Monáes „The Archandroid” zu fassen kriegen. So ein Hü und Hott von Gestern und Heute passt dann allerdings doch nicht so recht zu dem ebenso wertkonservativen wie bilderstürmerischen R’n'B. „The Archandroid” neigt sich nämlich nicht nur nach früher und nachher, sondern auch nach links und rechts, oben und unten, in einem System, das keine Grenzen kennt. Janelle Monáe ist im besten Sinne Mainstream, und sei es nur um zu demonstrieren, was heutzutage so alles in ihn gesickert ist. Dass das Album Kollaborationen mit Spoken-Word-Ikone Saul Williams, Big Boi von Outkast und den Psychedelicfolkern Of Montreal enthält, gibt bereits einen Hinweis auf die Bandbreite. Ein in zwei Suiten aufgeteilter, luzider Traum aus Soul, Future Rock, POP in Großbuchstaben - mit einer Handvoll Instant-Klassiker.
“The Archandroid” ist bereits bei Warner erschienen.
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Rox - Memoirs
2. Juli 2010
Das Debüt der 22-Jährigen Seelenschmeichlerin ist stilistisch so bunt wie der Notting Hill Carnival ihrer Westlondoner Heimat. Jazz, Southern Soul, Reggae und eine gewaltige Menge Popverständnis vereinen sich zu einem aufregenden Erstling, der sich ohne Scheu neben „The Miseducation Of Lauryn Hill“ einreihen darf. Lustvoll wandert Roxanne Tania Tataei dabei auf dem schmalen Grat zwischen Eingängigkeit und Komplexität und kann sich dabei zu jeder Sekunde des Albums auf ihre kirchenchorgestählte Stimme verlassen, die den Texten rund um die mannigfaltigen Facetten der Liebe eine Kraft verleiht, die man in dieser Intensität lange nicht mehr hören durfte. Apropos Liebe: Ihr Freund Al Shux hat bei der Produktion des Albums sein Herz sprechen lassen und der Verlockung widerstanden, die Songs glatt zu bügeln. Stattdessen zeigen sie Rox in ihrer ganzen Größe: als Entertainerin, Stimmwunder und Interpretin eines pompösen Soulgemischs.
“Memoirs” ist bereits bei Rough Trade/Beggars/Indigo erschienen.
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Jenny Wilson - Hardships
13. April 2010
Vier Jahre nach dem famosen „Love And Youth“ erscheint Jenny Wilsons zweites Album „Hardships“, auf dem sie sich vermehrt an R’n’B und Soul orientiert. Versatzstücke aus dem Kosmos der sogenannten Black Music prallen auf kühl arrangierte minimalistische Arrangements, die sich der klaren, markanten Stimme stets unterzuordnen scheinen. Manchmal klingt das tatsächlich wie die zeitgenössische Version von Kate Bush. Aufgrund der Geburt ihrer zweiten Tochter ist das offizielle Release von „Hardships“ mehrfach verschoben worden. Der Opener „The Path“ behandelt das Thema Geburt auf seine ganz eigene poetisch-melancholische Weise: „I wanted to be born / So I crawled out in the middle of the night / Out of my mother / I looked at the stars and I looked at the bushes / Then I crawled along the path“, lauten die Anfangszeilen, ehe es im Refrain heißt: „Oh will I always walk alone / Oh man I think so.“ Die Musik ist so betörend und uplifting, dass man manchmal vergisst, wie traurig Wilsons Texte oftmals sind, wie sehr dominiert von dunklen Metaphern. „Hardships“ hat schließlich nichts mit harten Schiffen zu tun, sondern heißt übersetzt Not, Elend. Dieser Schwermut gibt man sich gerne hin.
“Hardships” ist bereits bei Gold Medal/Playground Music erschienen.
Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.
Alben, Musik
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Quantic and his Combo Bárbaro - Tradition In Transition
28. Juli 2009Juhu, neues Album von Will Holland! Und das sagt die Presseinfo:
‘Tradition In Transition’ – recorded in Cali, Colombia – is the upcoming album from Quantic and his Combo Bárbaro, which sees Will ‘Quantic’ Holland mining the lesser-tapped musical sources from the Caribbean, Latin America and Africa and fusing those rediscovered psychedelic, experimental and rhythmically rich sounds of the past with deep funk and soul elements and folkloric vocal styles. This exceptional longplayer gives life to an explosive sonic snapshot of an ever-evolving musical landscape, played out by a carefully assembled international cast of musical creators.
Zum Reinschnuppern gibt’s den Track “Arianita” for free.
Alben, Downloads, Musik
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Martina Topley-Bird - Valentine
13. Juli 2008
Zu “Maxinquaye”-Zeiten verlieh sie mit ihrer gewaltigen und schmeichlerischen Stimme dem Stress-Hustler Tricky den notwendigen Kontrapunkt. In den letzten Jahren tauchte sie hier und da als Gastsängerin bei David Holmes und Diplo auf und jetzt erscheint ihr zweites Solo-Album “The Blue God”. Produziert von Danger Mouse (jaja…) wird nicht mehr in dunklen Atmosphären gegraben, sondern astreiner Soulpop ins rechte Licht gerückt. Der Track “Valentine” sei hier stellvertretend herausgepickt.
Downloads, Musik, Tracks
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