Spoon - Transference
13. Februar 2010
Oft ist wichtiger, was nicht gesagt wird, und Spoon sind Meister der beredten Pausen. Die Single „Written In Reverse” hakt im Telegrammstil, lässt hier und da Noten ausfallen, wo man sie erwarten würde und lässt eher eine Ahnung von einem Song entstehen, als alles vorzubuchstabieren – eine Art musikalischer Lückentext, der den Hörer tief in das Album hineinzieht, statt eine Wall Of Sound vor seiner Nase aufzubauen. „Transference” funktioniert als Minimalrock, der in seiner vermeintlichen Einfachheit Nachvollziehbarkeit simuliert, in Wirklichkeit aber fintenreich und voller Störsignale ist. Von den Pixies-/Pavement-Melangen der frühen Platten ist noch die Lust an der Übersteuerung übrig, ansonsten ist die texanische Band ihr eigener Herr und hat ihre Idole lustvoll gemeuchelt. Es bräuchte gar nicht das unverwechselbare Krähen von Bandkopf Britt Daniel, um die Songs nach kürzester Zeit als Spoon zu identifizieren. Wer sich derart leicht zu erkennen gibt, ist entweder vorhersehbar – oder einzigartig.
“Transference” ist bereits bei Anti/Indigo erschienen.
Alben, Musik
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