Beiträge zum Stichwort: Staatsakt

[Album] Christiane Rösinger – Lieder ohne Leiden

Cover Roesinger

Sechs Jahre nach ihrem Debüt präsentiert uns Christiane Rösinger »Lieder ohne Leiden«, die vor allem eines sind: Lieder vom Leiden.

Nach den »Songs of L. And Hate« gab’s C. Rösinger in Buchform, in Hörbuchzusammenhängen und als rauchenden Geist der Flittchenbar. Nun also wieder Musik. »Lieder ohne Leiden«, die Leidenslieder sind. Verzweiflungstexte über das Jetzt und Hier, so lakonisch echt, dass sie über die pure Beschreibung hinaus gehen und als vertonte Zustandsanalyse einer melancholischen und musikalischen Seele – so die Deskription des eigenen Spiegelbildes – ganz tief rein gehen. Daran trägt auch Andreas Spechtl Schuld, der das Album instrumentiert, aufgenommen und produziert hat. Der warme – man wagt es kaum zu schreiben –, fröhliche Klang verschränkt sich so wunderbar mit den Texten, die wie gewohnt kein Gramm Wortfett mit sich herumtragen. Den Hut gelupft für den Gentrificationstomper »Eigentumswohnung« ebenso wie für die prekäre und wunderschöne Hymne »Lob der stumpfen Arbeit«; »Lieder ohne Leiden« ist eine halbe Stunde Geschichtsschreiberei der Gegenwart. Gut aufbewahren, wenn euch eure Enkel irgendwann mal fragen: »Was habt ihr damals eigentlich gemacht?«

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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[Konzert] Ja, Panik – Uebel & Gefährlich (4.2.)

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Auch wenn’s einem die Buben um Andreas Spechtl manchmal mit dem doch arg abgespreizten kleinen Finger etwas schwierig machen, wortmächtiger und schlauer als die auf Besatzungsgröße Drei geschrumpfte Band Ja, Panik tobt sich derzeit niemand im deutschsprachigen Indiepoprockzirkus aus. Also, Manege frei für “Libertatia”, das Album zur Single, dieser wunderbaren, großartigen, dancigen Textsause. One world, one love, no nation. Auf dass man nicht vergisst: Dieses Land hier ist es nicht. Alleine dafür darf bis muss man sie doch lieben, als wenn “Nevermind” oder “Alles hin hin hin” nicht schon Gründe genug wären. Selbst wer die Leerstelle, die die Abwesenheit des älteren Junggesellen hinterlassen hat, nicht empfindet, wird wohlgemut um mehr bitten können. Mehr Lieder, mehr Ja, Panik, mehr Größe. Schließlich ist dieses avollständig einsame Leben auf Dauer doch recht lästig.

Wann: Di, 4.2., 20 Uhr
Wo: Uebel & Gefährlich
Wieviel: 15 Euro

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[Album+Stream] Jeans Team – Das ist Alkomerz

jeans teamVor etlichen Jahren irrte ich verkatert durch einen der wenigen beliebten Stadtteile Berlins, ich hatte Angst, mir war kalt. Es verschlug mich damals in eine riesige trashige Mall – sie hieß Gesundbrunnencenter. Vor einigen Jahrzehnten hörte ich die Solo-Single von Peter Behrens, dem traurigen Clown am Schlagzeug von Trio, sie hieß: »Sie kam Australien«, etwa zur selben Zeit entdeckte ich die ebenfalls wegweisende Band Die Abstürzenden Brieftauben – und während ich ängstlich und aufgeregt niedrigprozentige Prä-Mixgetränke (Marke: Criss) soff, hörte ich von ebenjenem Duo »Zwei Pullen Korn bringen dich wieder nach vorn«. Falls jemand diese kulturelle Disposition teilt, kann ich ihm bescheiden: Die neue Jeans-Team-Platte setzt dein albernes Lebenswerk kongenial fort. Songs, die man nicht mehr als Karnevalsstücke lesen muss, sondern die de facto welche sind. Die beiden Berliner Sextoys aus den Resten des »guten« Berlin-Mitte von einst haben sich lustvoll ins Aus gekegelt. Viele Styler, Hipster und Checker zeigen sich nämlich unangenehm berührt von »Hits« wie »Gesundbrunnencenter« und davon, wie jener zur Melodie des Fußballschlagers »Eviva España« arrangiert ist. Die Platte erzeugt entsetztes Kopfschütteln in einem Kernklientel, das sicher gern noch mal von so was wie »Das Zelt« abgeholt worden wäre. Ist aber eben nicht mehr. Und wo es wirklich funktionieren könnte (Karneval, Druckbetankung auf dem Schützenfest, bei Deichkind-Fans), da kommt es vermutlich nie an. Ein Schuss ins Knie, ein lauter Tusch und eine durchgedrehte Schlumpfstimme. Dieses Album musste man sich erst mal trauen!

“Das ist Alkomerz” ist bereits bei Staatsakt/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

Das ganze Album kann man sich hier anhören.

 

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[Stream] Hans Unstern – The Great Hans Unstern Swindle

The Great Hans Unstern Swindle by Hans Unstern

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[Video] Hans Unstern – Ich schäme mich

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[Album] Die Türen – ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

41pawc0ye7l_ss400_Eigentlich war die Geschichte doch ganz anders geplant, damals, 2003. „Das Herz war Nihilismus“ sollte der Aufbruch sein in eine bessere Popwelt, stattdessen wurde das Label-Vehikel Staatsakt aus dem Hause Die Türen zum Schlachtschiff des guten Geschmacks, während die Band nicht über den Status eines Beibootes hinaus kam. Ja, Panik, Christiane Rösinger, Andreas Dorau oder Hans Unstern veröffentlichen quasi im Sekundentakt geiles Zeug auf dem Türen-Label, während Maurice Summen & Co von Album zu Album immer verquaster wurden. Aber: Wendezeiten jetzt auf dem Alphabet-Album: „Pop ist tot“ ist so ein Lawinensong, der mit überhörbaren Strophen beginnt, um dann alles mitzureißen. „Rentner und Studenten“ ist Agitpop der maximum ironisierten Sorte (Muss man mögen, sonst mag man’s nicht). Dazwischen schon auch Tracks für Skippy, die lustige Skiptaste, aber auch nach all den Jahren noch immer mit der richtigen Pose als Position. Gänsehaut trifft Brutalität: „Dieses Lied“, was für ein Lied. PeterLicht singt auf seinem neuen Album „Gesellschaft ist toll, wenn nur all die Leute nicht wären“, bei den Türen klingt das dann so: „Das Gegenteil von gut ist gut gelaunt.“ Nein, bei allem coolen Wissen sind die Berliner keine selbstgefälligen Checker, sondern ulkende Sprachspucker mit duften Songs. Immer noch. Wofür meine Faust schlägt: Die Türen.

“ABC…” erscheint am 10. Februar bei Staatsakt/Rough Trade.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

Die Türen – Das Leben ist teuer by staatsakt

Tourdaten 2012:
08.03.2012 DE Münster – Gleis 22
09.03.2012 DE Oberhausen – Druckluft
10.03.2012 DE Köln – King Georg
11.03.2012 DE Frankfurt – Sinkasten Arts Club
12.03.2012 DE Schorndorf – Manufaktur
13.03.2012 DE München – Rote Sonne
14.03.2012 DE Leipzig – Ilses Erika
11.04.2012 DE Hannover – Indigo Glocksee
12.04.2012 DE Hamburg – Pudel
13.04.2012 DE Berlin – Festsaal Kreuzberg

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[Video] Andreas Dorau – Gehen (Baby, Baby)

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[Video] Die Türen – Rentner und Studenten

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[Video] Ja, Panik – Nevermind

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[Album+Video] Jolly Goods – Walrus

jolly-goodsMan kann auf „Walrus“ den Klang des Raumes hören, wenn sich die Zunge vom Gaumen löst, wie Saiten angeschlagen werden, wo das Schlagzeug steht. Es ist allerdings ein ziemlich kleines Zimmer: Das zweite Album der Jolly Goods ist eine platzängstliche, lichtlose Rock’n’Roll-Platte. Das Schwesternduo aus Berlin, ursprünglich aus der oberhessischen Provinz, lässt, wie es sich für so eine Besetzung aus (im Regelfall) Gitarre und Schlagzeug gehört, gerne Dinge unfertig, Tanja Pippi singt auch schon mal mutwillig an der Melodie vorbei, sie kiekst und knarzt und kommandiert mit einer Stimme, die nicht nur flüchtig an Alison Mosshart von den Kills erinnert. Wo dort dampfende Sexualität die Luftfeuchtigkeit erhöht, steht hier kalter Schweiß auf der Stirn. “Walrus” ist klamm und angestrengt, aber mordsspannend. Mit in der Dunkelkammer, hinter der Scheibe saßen Tocotronics Dirk von Lowtzow und Hans Unstern, man kann sich einbilden, das zu hören oder es bleiben lassen. Die zwölf Songs klingen nach guter alter Steve-Albini-Schule “aufgenommen”, nicht produziert. Mit dieser landschaftslosen, kummervollen Großstadtfolklore ist der Sommer endlich vorüber.

“Walrus” erscheint am 23. September bei Staatsakt/Rough Trade.

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