Beiträge zum Stichwort: Sub Pop

Dum Dum Girls - I Will Be

dum-dum-girlsDie Dum-Dum-Girls-Songwriterin Dee Dee Penny, die ihre Mitmusikerinnen erst Mitte 2009, nachdem das Debüt schon stand, um sich scharte, gibt schon per Namen die Richtung vor, in die soundmäßig gestoßen wird: massiv nach hinten. Die Band aus L.A. badet im Retro-Sound, in Reminiszenzen an Mono-60s-Rock’n’Roll oder frühen Punk – ein Soundkolorit, das beim Stand heutiger Studiotechnik beachtlicherweise ja erst mühevoll erzeugt werden muss, indem professionell aufgenommene Songs im Reverb-Raum verdichtet und ausgefranst werden.

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Das muss zwar nicht, kann einen aber an „I Will Be“ auf Dauer nerven. Denn so manch verwandte Band wie etwa The Raveonettes (die wie diese Platte ebenfalls von Richard Gottehrer produziert wurden) oder The Pains Of Being Pure At Heart atmet den Sound von gestern nie um seiner Ausschließlichkeit willen, sondern weil sie an der Nahtstelle zwischen Einst und Jetzt mit ihrer Version von Pop immer auch nach vorne zeigt. Dum Dum Girls verblassen hingegen zu häufig im geliebten Zitatnebel – auch wenn einzelne Stücke wie „Jali La La“ oder das in kryptischem Deutsch vorgetragene „Oh Mein Me“ wirklich toll sind.

“I Will Be” ist bereits bei Sub Pop/Cargo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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CSS - Donkey

Seit einer Weile tragen die modischen Mädchen und Jungs wieder Flanellhemden und Doc Martens. Grunge is back! Und CSS spielen auf ihrem aktuellen Album “Donkey” eine konsequent moderne Version von dem, was damals als die weibliche Form der Bands aus Seattle gehandelt wurde: den Riot Grrrls.

Wie das bei Revivals so üblich ist, wurde einiges an politischem Impetus über Bord geworfen. Und man hört der Band an, dass sie sich mittlerweile auch mal zurücklehnen kann und nicht mehr so viel herumhüpfen muss wie zu Zeiten des Debüts “Cansei De Ser Sexy”. Sie waren inzwischen mit Gwen Stefani auf Tour, haben den Coolness-Stempel aus allen möglichen Ecken aufgedrückt bekommen und “Donkey” von Mark “Spike” Stent, dem Hitproduzenten von Indie- und Popgrößen wie KLF, Madonna und Björk, in L.A. mixen lassen. Schien es vor zwei Jahren noch so, als sei die Beherbergung durch Sub Pop, wenn nicht ein Versehen, dann doch ein lustiger Scherz, so haben sie sich unter dem belanglos gewordenen Grunge-Dach mittlerweile mit einer unbeschwerten und klugen Interpretation des Schrammelgitarrenrock freigespielt. Zum Hit “Left Behind” sieht man im Kopf schon würdige Corin-Tucker-Sprosse auf Festivals tanzen, die Lust auf Techno, aber gar keinen auf ordentliche Musikgeschichte haben.

“Donkey” ist am 21. Juli über Sub Pop/Cargo erschienen.

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