Beiträge zum Stichwort: Sufjan Stevens

Sufjan Stevens - The Age Of Adz & All Delighted People EP

sufjan-stevensEmotionen lassen sich nicht mit Zahlen aufwiegen, dennoch sei ein Zahlenspiel erlaubt: Rund 130 Minuten größtenteils neu komponierter Musik veröffentlicht Sufjan Stevens dieser Tage in Form einer (fünf Dollar teuren) 60-Minuten-Digital-EP und eines über 70-Minuten-Albums. Das ist nicht nur erstaunlich viel Musik, sondern dürfte vielen Fans des für seine ausufernden Arrangements bekannten US-Amerikaners wie ein Wunder vorkommen. 2009 deutete Stevens nämlich an, womöglich nie mehr Musik veröffentlichen zu wollen, der abstraktere Score „The BQE“ klang plötzlich wie vertonte Scheu. Die beiden Platten sind nun opulente Rückkehr und privatistische Abkehr zugleich: Die EP präsentiert Stevens noch einmal als den Dirigenten eines pathetischen Folk-Orchesters. Potenzielles Highlight: das 17-minütige „Djohariah“. Das „richtige“ Album wirkt in Teilen wie eine Verabschiedung des Alten. Experimentell, elektronisch (inklusive Cher-Effekt), großartig, zunächst schwierig. Eine Art Schachtel in der Schachtel, in die ein einziger großer Refrain gesteckt wurde. Sufjan Stevens ist um die nächste Ecke gebogen. Wer geht mit?

Beide Alben erscheinen am 8. Oktober bei Asthmatic Kitty/Soulfood.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Seabear - We Built A Fire

41orkcott0l_sl500_aa240_Niemals eine Band gründen. Auf einmal hat man die Bude voll mit Leuten, die auch irgendein Instrument spielen können und mitmachen möchten. Eigentlich wollte Sindri Már Sigfússon alleine Musik machen, aber ehe er sich versah, war Seabear ein Sieben-Personen-Unterfangen (als Sin Fang Bous schlüpft er allerdings dann doch gelegentlich aus der Umarmung seiner Bandkollegen). Unser Schaden ist es nicht: „We Built A Fire” ist eine fidele Folksymphonie, die dem Elfenhaften, das man Isländern so gerne unterstellt, eine gutgelaunte Absage erteilt. Seabear sind mehr Sufjan Stevens als Sigur Rós. Irgendwo müssen ja auch die eher quirligen Inselbewohner ihre Proberäume bezogen haben, wir dachten uns so etwas schon.

“We Built A Fire” ist bereits bei Morr Music erschienen.

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