Beiträge zum Stichwort: Supershirt

[Album+Video] Supershirt - Kunstwerk

23065617Für die drei Wahl-Berliner mit ostdeutschem Hintergrund muss man einfach mal deutlich werden: Mit »Kunstwerk«, ihrem Album nach dem kleinen Hype um ihren Szene-Hit »8000 Mark« von vor paar Jahren, mit »Kunstwerk« ist ihnen vielleicht die Audiolith-Platte des Jahres gelungen. Und das nicht, weil die anderen es versemmelt hätten oder weil die neue Egotronic erst im nächsten Monat zu hören sein wird. Nein, Supershirt haben einen äußerst pointierten Stil gefunden, den hedonistisch besoffenen und politisch motivierten Electro-Approach ihres Labels zu einer neuen Meisterschaft zu führen. Die Musik liefert eine stets tanzbare Kulisse, der Gesang indes variiert ständig und umfasst eine ziemliche Bandbreite zwischen Sprechgesang und Indie-Träller-Pop-Songs (im Refrain von »Bretter« meint man, Virginia Jetzt! seien als fröhliche Zombies wiedergekehrt). Durch diese Abwesenheit von Berührungsangst wirkt alles zugänglich, verspielt und klatscht einem so die teilweise auch ätzenden Botschaften vom Leben auf Kunst und Hartz4 nicht so freudlos um die Ohren. Das hier ist: Frittenbude auf Ecstasy; so könnten Mediengruppe Telekommander bestenfalls klingen, wenn sie die Fähigkeit besäßen, über sich selbst zu lachen.

“Kunstwerk” ist bereits bei Audiolith/Broken Silence erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

http://www.vimeo.com/29843558

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Supershirt - 8000 Mark

23057213Bei den zuletzt leider im formalistischen Schönklang versackten Indie-Neo-Cons Geschmeido aus Freiburg hieß es auf der Debütplatte einst “1000 Mark”. Bloß gab es damals die D-Mark noch, und der Text war ganz normal ein deutscher Geldtext, der irgendwie geschwätzig ins Nichts führte. Bei Supershirt ist der Bezug schon kruder. Woher kommt 2010 denn plötzlich wieder “Mark”, sind die Grauen doch an die Macht gekommen, und warum kostet Crack so viel wie zwei Bier oder wie Dreck? Nun, die Platte stellt diese Fragen, lösen sollen sie anscheinend andere. Audiolith-typisch geht es erst mal um stylish-schlauen Typen-Bock, der in puncto Rhythmik und bei den Textpassagen oft dem Rap nahesteht. Um aber bloß nicht auf dem sinkenden bzw. politisch instabilen Deutsch-HipHop-Schiff mitreisen zu müssen, haben sich Supershirt drum rum durch rücksichtslose Beats ein Neo-Tanzalbum zurechtgelegt. Und mit “Neo-Tanz” meine ich vornehmlich saufen an der Clubtheke und dann schön am Stück hüpfen hüpfen hüpfen. Tanzsport on the edge, Ekstase kommt von selbst. “8000 Mark” beinhaltet dabei einiges an Hits, liefert rigoros ab und ist eine Zierde des aktuellen Audiolith-Hochs. Wer mehr will, soll woanders hingehen.

“8000 Mark” ist bereits bei Audiolith erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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