Beiträge zum Stichwort: Sven Regener

Element Of Crime - Fremde Federn

element-of-crimeDass Element Of Crime mal als englischsprachige Band angefangen haben, erstaunt einmal mehr, sobald man Sven Regeners teutonisch prasselnden Vortrag bei „You Only Tell Me You Love Me When You’re Drunk” anhört. Herzzerreißend ist das Pet-Shop-Boys-Cover natürlich dennoch. „Fremde Federn” versammelt Auftragsarbeiten und Schnellschüsse, in denen die Elements in Zungen sprechen: von Bob Dylan, Arlo Guthrie oder - oh je - Wham! Die Zeile „Brennend heißer Wüstensand” rollt Regener im Titel „Heimweh” ebenso gut von der Zunge wie Freddy Quinn, geradezu karnevalesk wird es bei „Hamburg 75″ - der alte Eppendorf-Schlager wird im Duett mit Andreas Dorau zu einem Stimmungshit der unerhört unekligen Sorte. Die lose Songsammlung ohne besonderen Tiefgang ist ein Geschenk an die Fans - da alle Titel in der ein oder anderen Form bereits veröffentlicht waren, lässt sich auch weit und breit kein Subtext entdecken; dafür eine angenehm unverkrampft aufspielende Band.

“Fremde Federn” ist bereits bei Universal erschienen.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Interview: Florian Horwath

horwath

Ein Wiener Künstler, der sich stoisch Zeit nimmt. Zeit, die er von Plattenfirmen nie bekommt. Sorgsam verspielt und unbeeindruckt von den Männern in den grauen Anzügen erscheint nun auf dem nächsten Label sein drittes Album, “Speak To Me Now” - trainiert von Sven Regener. Linus Volkmann fragte sich durch.

Das Platten-Info spricht vom Einfluss von “Rauchwaren” auf das Album - soll uns damit vermitteln werden, dass ihr Kiffer seid? Nur keine Scham!
Das mit den Rauchwaren gestaltet jeder bei uns so, wie er es für richtig hält. Für mich ist das nichts in Zusammenhang mit Musik. Räucherstäbchen sind ja auch Rauchwaren, oder? Wobei, da waren keine dabei bei den Aufnahmen …

Wie kamst du auf Sven Regener von Element Of Crime als Produzent?
Sven und Charlotte [dessen Frau und Managerin] waren neben der Band die Ersten, denen ich die Demos der neuen Lieder vorgespielt habe. Ihr Feedback spornte mich an, bei der Einfachheit der Demos zu bleiben und mich auf die Kraft jenes Einfachen zu konzentrieren. Dass Sven sich dann bereit erklärt hat, das Album zu mischen, und auch noch zusätzliche Instrumente spielte, war herrlich - und hat diesen Kreis geschlossen.

Sven gilt ja als großer Skeptiker mit norddeutsch harschem Gemüt - musstet ihr beide euch erst mal arrangieren, um mit der Art des anderen im Arbeitsalltag zurechtzukommen?

Ich schätze die direkte Art der Kommunikation sehr. Es geht immer um die Sache, um das Konstruktive, es gibt kein Herumfackeln oder -daddeln, alles immer am Punkt, keine Zeitverschwendung. Insofern: nein.

Du bist ja labelmäßig sehr ruhelos. Sind die neuen Engagements für dich mehr Gewinn oder eher kunstlose Zeitfresser?
Die Funktion von Labels hat sich stark verändert in den letzten Jahren, und es ist insgesamt die Frage, ob man überhaupt eins braucht. Ich finde ja - auch aus einer Art romantischen Vorstellung davon, wie eine Platte in die Welt kommt und dass dies ein gemeinsamer liebevoller Akt des Erweckens ist. Ganz so ist es in der Label&Musik-Realität ja dann doch nicht, habe ich dann festgestellt … Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit dem jetzigen Set-up. Klare, schnelle Entscheidungen und ein einfacher Plan mit Zug zum Tor dahinter.

“Speak To Me Now” ist bereits bei Stereo Deluxe/Warner erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Interviews, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare

Element of Crime - Immer da wo du bist bin ich nie

element-of-crimeMan hat das Gefühl, dass nach seinen drei Romanen über Frank Lehmann Sven Regeners Sprache auch bei den Elements ein bisschen prosaischer geworden ist. Da wird heute über Pfanni und Cloppenburg gesungen, wo früher der Himmel ihre Augenfarbe trug. Kleiner werden die Lieder dadurch kein Stück. Auch auf „Immer da wo du bist bin ich nie” singt Regener über gebrochene Akkorde Wiegenlieder für die Welt: eine sich selbst genügende, manchmal langweilige, traurige, aber schlussendlich ganz annehmbare. Mit dem ersten Songs „Kopf aus dem Fenster” gibt es allerdings erst einmal eine saftige Schelle: Mit heiserer, verdorbener Stimme blafft Regener den Hörer an, als befände man sich schon bei der Zugabe nach zwei Stunden Konzert; beim Titelsong, einem Blues mit Slidegitarre und Mundharmonika, vermutet man sich kurz beim Kollegen Nils Koppruch und seiner Band Fink. „Immer da wo du bist bin ich nie” riecht nach Zigaretten, schmeckt nach Bier, fühlt sich nach Ellbogen auf Küchentisch an. Und klingt wie Sven Regener. Na, Gott sei Dank.

“Immer da wo du bist bin ich nie”ist bereits bei Vertigo/Universal erschienen.

  • MySpace
  • Facebook
  • Google
  • Live
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Mixx
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg
  • Yahoo! Buzz
  • TwitThis
  • E-mail this story to a friend!
Thema-Icon Alben, Musik Kommentar-Icon Keine Kommentare