Beiträge zum Stichwort: Techno

[Album] Modeselektor - Monkeytown

modeselektorModeselektor haben sich im Laufe der Jahre zu einem der Exportschlager aus Europas Technohauptstadt entwickelt und stecken mittlerweile auch die großen Festivalbühnen von Lollapalooza bis SXSW in Brand. Im Zuge ihrer USA-Tour wurden sie von den lokalen Medien kürzlich als “Berlin’s Techno Provocateurs” gefeiert. Dabei provozieren Gernot und Szary gar nicht wirklich, sondern denken im Grunde nur in gewohnter Manier das britische Hardcore-Kontinuum mit den Mitteln von HipHop, Electro und allem, was man sonst so gerade interessant findet, weiter. Mit strammen teutonischen Beats hat die Musik von Modeselektor naturgemäß wenig zu tun. “Monkeytown” ist ein Allstar-Album geworden, das diesem Namen auch gerecht wird, denn für die Gästeliste würde wohl jeder halbwegs klar denkende Produzent töten. Der im Dunstkreis von Modeselektor schon öfter gesichtete Thom Yorke wurde für zwei Songs herangekarrt, es gibt einen catchy R’n'B-Track mit Miss Platnum, der die aktuellen Genrediven vor Neid erblassen lassen dürfte, und das Antipop Consortium und der ewig unterschätzte Otto von Schirach steuern noch die nötige Portion Wahnsinn bei. So konsequent wurde in der elektronischen Tanzmusik schon lange nicht mehr dick aufgetragen.

“Monkeytown” ist bereits bei Monkeytown/Rough Trade erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Soul Center - General Eclectics

soul-centerDas Chamäleon wechselt wieder einmal die Farbe: „When Horses Die“ war eine dunkle Schattenmacht mit bluesigem Einschlag, „Lucky Hands“ ein Popalbum mit luftigem Tanzflurversprechen, das selbst für in Indieketten gefangene Hörer kompatibel schien. Jetzt schlüpft Thomas Brinkmann zum vierten Mal in den Mantel namens Soul Center und überrascht schon wieder mit einer Rolle rück- und vorwärts. Der Minimalbruder im Geiste von Mike Ink schaufelt nahezu ohne Samples die Gründungsmythen des Techno frei. Will heißen: Soul. Mit Pomp und Spannungsbogen. Vom entschleunigten Opener „Marmelade“ bis hin zum mit den Lyrics des russischen Futuristen Aleksei Kruchenykh beträufelten Rausschmeißers „Dyr Bul Scyl“, der eine Geschichte erzählt, die nach vier Buchstaben endet: Rave. Für so viel künstlerische Ambition ist es kein Muss, dem rheinländischen Elektronikmilieu in Herkunft und Geisteshaltung verbunden zu sein, es ist aber ungemein nützlich, wie man bei Brinkmann sieht. Dem geneigten Hörer soll es recht sein, denn beim nächsten Album ist er ohnehin schon wieder ganz woanders.

“General Eclectics” erscheint am 11. September bei Shitkatapult.

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Superpitcher & Matthew Dear: Techno kämpft für dich

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Matthew Dear und Superpitcher geben Techno seit jeher ein glamouröses Gesicht. Sebastian Ingenhoff begab sich anlässlich der neuen Werke zu den beiden in die Black City und auf den Kilimanjaro.

Nicht erst seit dem Siegeszug von Paul Kalkbrenners „Berlin Calling“-Soundtrack existieren Schnittstellen zwischen Popsong und Technotrack – man denke nur an die Inszenierungen von Acts wie Booka Shade oder Trentemøller –, doch zuletzt häuften sie sich wieder. Im Regelfall haben die kalkulierten Hits aber nur eine geringe Halbwertszeit in der Plattentasche und auf den Tanzflächen. Kalkbrenners „Sky And Sand“ ernsthaft als Musikwunsch hervorgebracht dürfte beim DJ nur mehr für genervtes Augenrollen sorgen, das es mit zehn schwulen Friseuren aufnehmen kann, um einen alten Max-Goldt-Kalauer aus dem Gedächtnis zu zitieren.
Die zwei Künstler, um die es hier gehen soll, arbeiten sich nicht nur seit Jahren schon am Verhältnis Song zu Track ab, sie haben auch die für Techno lange bestimmende Grenze der Unsichtbarkeit aufs Aktivste hinter sich gelassen. Sowohl der New Yorker Dear als auch der Kölner Superpitcher bringen sich als Person expressiv ein, ihre Musik wurde über die Jahre an ihr Erscheinungsbild und ihre Performanz gekoppelt.

Aksel Schaufler, wie Superpitcher richtig heißt, hat sich Zeit gelassen mit seinem zweiten Album. Seit dem Debüt „Here Comes Love“ sind gut sechs Jahre vergangen, ohne dass er sich in der Zwischenzeit dem Müßiggang hingegeben hätte. Superpitcher gehörte aber auch nie zu den Künstlern, die Maxis am Fließband produzierten, sobald es mal gut lief. Der verhuschte, akzentbeladene Gesang ist auf „Kilimanjaro“ wieder dominant, und wie schon auf dem Vorgänger „Here Comes Love“ sind es vor allem die melancholischen, verträumten Momente, die zu bezaubern wissen. Stücke wie „Joanna“ oder „Give Me My Heart Back“ sind geradezu episch, was weniger an der lyrischen Qualität der Texte liegt als vielmehr am dramaturgischen Aufbau der Songs, die wie ein gutes Set auf einen emotionalen Höhepunkt zusteuern, wohlgemerkt binnen einer Spieldauer von sieben, acht Minuten.

Seit Beginn der Kompakt-Karriere mit der legendären „Heroin“-Single vor bald zehn Jahren hat der gebürtige Ulmer seine Handschrift immer weiter verfeinert, ein Superpitcher-Stück oder -Remix erkennt man in der Regel nach ein paar Sekunden: der verschleppte Beat, die sanften Pianoloops, dieser Hang zum Pathos im Zusammenspiel mit großen Melodien. Aksel spricht von „Uplifting Drama“, denn im Idealfall lässt sich eben auch durch Schwermut Euphorie erzeugen. Im Techno wird er mit dieser Herangehensweise wohl auf ewig ein angenehmer Sonderling bleiben – passend dazu auch sein kultivierter verhuschter Narzissmus.
Matthew Dear versteht sich dagegen als Chamäleon. Er veröffentlicht unter zahlreichen Pseudonymen zum Teil völlig unterschiedliche Spielarten elektronischer Tanzmusik – wobei mit der Zunahme der Songorientierung auch der Grad der Personifizierung zu steigen scheint. Seine Platten haben den Sound von Ghostly International und Spectral, zwei der wichtigsten Technolabels der USA, in der letzten Dekade entscheidend mitgeprägt. Mit sechzehn zog er zum Studieren ins nahe Detroit gelegene Ann Arbour und ließ sich von der Motorcity infizieren: „Detroit war speziell zu jener Zeit eine mythenumrankte Stadt, und natürlich fanden wir all die Sachen rund um das Underground-Resistance-Label toll. Aber ich glaube, was mich am meisten inspiriert hat, war damals ein Auftritt von Moodymann in so einer Kunstgalerie. Er spielte völlig weirde, abstrakte Disco-Sachen um die hundert bpm, also extrem langsam. Da habe ich erst richtig verstanden, wie viele unterschiedliche Herangehensweisen an Techno es geben kann.“

Die erste unter dem Namen Matthew Dear veröffentlichte 12-Inch-Maxi trug bereits den vielsagenden Namen „Hands Up For Detroit“ und war eine Hommage an den so wirkungsmächtigen Technosound der Stadt. Doch die Produktionen des mittlerweile nach New York übergesiedelten Musikers wurden mit der Zeit immer songorientierter. Höhepunkt war 2007 das gefeierte Album „Asa Breed“, welches ihm das berühmte Cover des Songs „Don & Sherri“ durch Hot Chip einbrachte.

Das neue Album „Black City“ fällt, wie der Graphic-Novel-artige Titel bereits vermuten lässt, wieder eine Spur düsterer und verspielter aus. Mit „Little People“ hat Matthew dabei einen der absonderlichsten Clubhits des Jahres abgeliefert, denn eigentlich besteht das Stück aus drei Songs, die jedoch zu einem konsistenten Ganzen verwoben werden. Eine Herangehensweise, die man eher aus einem Genre wie dem Progrock kennt. Auf den Vergleich angesprochen, lacht Matthew: „Ich wollte den Track trotzdem als Maxi rausbringen und habe auf Teufel komm raus versucht, ein Edit davon anzufertigen. Aber es fiel mir unglaublich schwer. Na ja, jetzt müssen eben die Remixer ran.“ Auf der anderen Atlantikseite wurde auch schon um Remixe angefragt, und einer wird, so muss es in diesen Tagen vermutlich sein, von Superpitcher stammen.

Superpitchers “Kilimanjaro” erscheint am 3. September bei Kompakt/Rough Trade; “Black City” von Matthew Dear ist bereits bei Ghostly International/Al!ve erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Michael Mayer - Immer 3

michael-mayerDer Kompakt-Mitbetreiber hat sich Zeit gelassen mit dem dritten Teil seiner Mix-Reihe, der dafür aber umso spektakulärer ausfällt. Der Begriff „Dramaturgie“ mag im Zusammenhang mit DJ-Sets inflationär verwendet werden, aber die von Mayer benutzten Stücke gehorchen tatsächlich allesamt einer solchen und steuern auf einen Höhepunkt zu, der seinesgleichen sucht. Der Mix fällt Vocal-lastiger aus als die Vorgänger: Mit Gui Borattos Bearbeitung eines Massive-Attack-Tracks und der Superpitcher-Version des Charlotte-Gainsbourg-Stücks „The Operation“ gibt es gleich zwei exklusive Techno-Remixe von erprobten Popsongs. Wenn sich „The Bright Forrest“ des südafrikanischen Deep-House-Produzenten Culoe de Song in Gainsbourgs Gesang hineinschält und hymnisch anschwellende Flächen die Endorphine tanzen lassen, bekommt man gänsehautnah gezeigt, welch emotionales Potenzial elektronische Tanzmusik im Idealfall haben kann. Es gibt eben kaum Besseres als eine glücklich durchtanzte Nacht. Mit der von Justus Köhncke gesungenen Ballade „New Day“, einem Cover des Basic-Channel-Klassikers aus den Neunzigern, abzuschließen macht hier mehr als Sinn.

“Immer 3″ ist bereits bei Kompakt/Rough Trade erschienen.

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Chloé - One In Other

chloeDrei Jahre nach dem überragenden Debüt “The Waiting Room” geht Chloé auf ihrem zweiten Künstlerinnenalbum mal wieder neue Wege. Es überrascht wenig, dass die Französin angekündigt hat, dieses Album in erster Linie live präsentieren zu wollen. Die Umsetzung könnte spannend sein, denn “One In Other” gehört zu den ganz wenigen Technoalben, die man sich tatsächlich nicht nur als Laptop-Darbietung vorstellen kann. Was natürlich daran liegt, dass “One In Other” mal wieder streng genommen gar kein Technoalbum ist. Sogenannte echte Instrumente wie Gitarre und Schlagzeug sind vorhanden, werden aber wohldosiert an den richtigen Stellen eingesetzt. Es gibt drei, vier Stücke, die auch im Club funktionieren würden, der Rest mäandert zwischen minimalistischem Funk und psychedelischen Songfragmenten. Dass sie Velvet Underground zu ihren All-Time-Lieblingsbands zählt, ergibt sich wie von selbst, wenn man sich den absolut wahnsinnigen (positiv gemeint) Rausschmeißer “Ways Ahead” anhört. We are floating in space.

“One In Other” ist bereits bei The DJ/Broken Silence erschienen.

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Ewan Pearson - We Are Proud Of Our Choices

ewan-pearsonNeben den üblichen DJ- und Remixerjobs war Ewan Pearson zuletzt wieder vermehrt als Produzent aktiv. Er betreute das Debüt der jungen Band Delphic und das neue Album von Everything-But-The-Girl-Sängerin Tracey Thorn. Für Kompakt hat der in Berlin lebende Brite nun einen DJ-Mix zusammengestellt, der sich von seinem eher discoiden 2007er-Fabric-Beitrag deutlich unterscheidet. Die schwebenden Flächen lassen das Ganze ziemlich verträumt daherkommen, aber nicht weniger euphorisch. Zwischendurch hört man tatsächlich die Vögel, und damit meine ich nicht das Projekt von Mense Reents, sondern wirklich einen echten Piepmatz. Auch im Techno geht es zurzeit sehr natürlich her. Pearson hält die luftige Stimmung über eine Stunde lang aufrecht, die Tracks sind so unglaublich genau aufeinander abgestimmt, dass man fast geneigt ist, ihm das Ganze als Künstleralbum abzukaufen. Erst am Ende gibt es einen kleinen Bruch. Gleich zwei waschechte Popsongs lassen den Mix ausklingen, ein Pearson-Edit der schwedischen Band Little Dragon und als letztes Stück »Blue Steel« von Bot’Ox, eine Art Slow-Motion-Discopop mit geradezu himmlischem Nico-Gesang.

“We Are Proud Of Our Choices” ist bereits bei Kompakt/Rough Trade erschienen.

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Al Tourettes - Mix for Electronic Explorations

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Al Tourettes ist zur Zeit der heisseste Producer im Feld des Dubstep-Techno Crossover. Sein DJ-Mix für Electronic Explorations featured nur seine eigenen Tracks:

This mix is made up of tracks all written in the last year and shows the more frenetic side of my music. I’m from a Techno and Electro background (Real Electro NOT Electro House Bo!!ocks!) but dubstep has totally opened up another level of syncopation for me so I’m really enjoying the ryhthmic freedom i have, (I’m also a Drummer) and of course the cavernous low end as always….

DOWNLOAD

[01] – Al Tourettes – Dodgem  – [Applepips]
[02] – Al Tourettes – The Next Meal – [Forthcoming 'If Symptoms Persist']
[03] – Al Tourettes – She Shimmers -  [Forthcoming 'Applepips']
[04] – Al Tourettes – Stinkfinga  [Unreleased]
[05] – Planetary Assault Systems – X Speaks to X – (Al Tourettes & Appleblim Remix) – [Ost Gut Ton]
[06] – Al Tourettes – When I Rest, I Rust – [Forthcoming 'If Symptoms Persist']
[07] – Al Tourettes – Universed – [Forthcoming ‘Applepips’

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Pantha Du Prince - Black Noise

pantha-du-prince-black-noiseNein, das hier ist kein Techno-Konzeptalbum, sondern ein Konzeptalbum, das sich des Stilmittels Techno bedient. Hendrik Weber schöpft Klänge aus dem „da draußen“, um sie einfließen zu lassen in elektronische Geschichten. Seine Tracks tragen Bombengürtel, die nicht explodieren, aber stets hör- und fühlbar sind. Bis es dann dank der von Noah Lennox alias Panda Bear von Animal Collectiove gesungenen Hymne bei „Stick To My Side“ hymnisch wird, überschwänglich, umarmend. Noch mehr als beim Vorgängeralbum „This Bliss“ lösen sich die scheinbaren Gegensätze von Techno und Pop auf und kulminieren in einer gänzlichen Schönheit. Wohltemperiert und von Brüchen getragen. Ein Album für alle, der Stand der Dinge.

“Black Noise” erscheint am 5. Februar bei Rough Trade / Beggars Group / Indigo.

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Luciano - Tribute To The Sun

23057191Mit seinem chilenischen Kumpel Ricardo Villalobos mischt Luciano seit einer guten Dekade schon die elektronische Tanzmusik auf und hat mit Cadenza eines der wichtigsten Houselabels unserer Zeit etabliert. Lange Zeit in der Schweiz beheimatet, scheint er seinen Wohnsitz immer mehr nach Berlin verlagert zu haben. “Tribute To The Sun” ist ein unaufgeregtes und harmonisches Elektronikalbum geworden. Lucianos Musik ist minimalistisch, wobei minimalistisch nicht zu verwechseln ist mit dem drögen Preset-basierten Geklacker, das in den letzten Jahren oftmals unter dem Label Minimal Techno verkauft wurde. Dafür ist sein Ansatz im positiven Sinne zu eklektisch. Polyrhythmische lateinamerikanische Klänge treffen auf senegalesischen Gesang, Dubtechno auf klassisches Songwritertum, karibische Percussions auf Field Recordings. Techno wird hier, ohne krude Begriffe wie “Weltmusik” bemühen zu wollen, tatsächlich als globale universelle Sprache verstanden. Es gibt keine offensichtlichen Hits, aber das Album ist in sich homogen und hat eine größere Reichweite als nur den Club verdient.

“Tribute To The Sun” ist bereits bei Cadenza erschienen.

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Boys Noize - Power

23056829Auf dem zweiten Album nimmt sich Alexander Ridha etwas zurück. “Power” bietet zwar wieder mal gute In-yer-face-Tanzunterhaltung, aber eben nicht mehr ganz so rockbürstig wie der Vorgänger “Oi Oi Oi”. Justice, Ed Banger und Konsorten haben mittlerweile auch wirklich alles gesagt, was sie sagen konnten, Filter rein/raus + Brochbollerbumm + x ist irgendwann nun mal ausgereizt. “Power” klingt streckenweise einfach wie ein ganz normales Technoalbum, teilweise sogar mit Neunzigerverweisen. Eins der Highlights ist das humoristische “Nott”, wo eine Roboterstimme in der Art, wie sie zuletzt von U96 benutzt wurde, mantraartig den Satz “I am not techno” wiederholt und dazu Ravebeats erdröhnen, die Westbam schon vor zehn Jahren in der Abstellkammer versteckt hätte. Das soll aber nicht heißen, dass wir es hier mit einem reinen Retro-Album zu tun haben, denn natürlich bewegt sich Boys Noize als Paradehipster immer am Puls der Zeit. Highlight ist das reduzierte “In Sweet Light”, das den aktuell obligatorischen “Township Funk”-Beat ziemlich locker zitiert und auf ein minimalistisches Electronica-Stück prallen lässt. Boys Noize hat sich vom Krach also ein Stück weit erholt, und das steht ihm gut. Nach Arbeiten mit den Black Eyed Peas produziert er nun auch Gonzales’ neues Album mit. Der Tourkalender ist für dieses Jahr ausgebucht. Es geht wohl voran.

“Power” ist bereits bei Word and Sound erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

Einen 60-minütigen Mix von Alex Ridha aka Boys Noize kann man hier auf seiner Seite anhören.

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