Jamie T. – Kings And Queens
14. August 2009Fucking Croissant! Keine Angst, der legendäre Ausspruch des ersten Albums „Panic Prevention“ bleibt dieses Mal im Schrank. Und noch nicht nur das: Weniger HipHop als noch vor zwei Jahren, mehr Combat Rock ist die Maxime. Richtig gelesen, The Clash sind der markante Referenzpunkt von „Kings And Queens“, dem zweiten Album des Wimbledon-Wonderboys, das laut seiner Aussage wie sein drittes sei, da er das zweite einfach übersprungen habe. So clever wie die fiktive Vermeidung des undankbaren Zweitwerkes sind die Songs. Schon beim Opener „368“ dampft es wie bei „Sandinista“ und direkt danach wird es bei „Hocus Pocus“ zweifellos deutlich: Der Typ meint das mit den simpel gestrickten, aber wirkungsreichen Rock-Songs ernst. Die erste Single „Sticks’n’Stones“ klingt dann überraschenderweise wieder wie – tusch! – The Clash. Sollte dieser übergeschnappte Lo-Fi-Slacker namens Jamie Treays nicht mal der Nachfolger von Mike Skinner werden? Davon ist nur rudimentär auf „Castro Dies“ und „Earth, Wind And Fire“ etwas zu hören, bevor einen „British Intelligence“ wieder prompt ins London der frühen 1980er zurück katapultiert. Man hat ob dieser offensichtlichen Mimikry nur zwei Möglichkeiten: Entweder die ostentativen Anleihen als Frevel zu deklarieren oder den Hut zu ziehen vor soviel ernsthaftem Verstehen und Weiterentwickeln einer der größten Bands der letzten 40 Jahre. „Kings And Queens“ hat definitiv zweiteres verdient. Ein überraschendes, ein frisches, ein gänzlich wunderbares Album.
“Kings And Queens” erscheint am 4. September bei Virgin.
Alben, Musik
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