Beiträge zum Stichwort: The Thermals

The Thermals - Personal Life

the-thermalsStimmt: The Thermals gab’s ja auch noch. Das Indie-Punk-Trio um Hutch Harris stand immer für den eher kurzweiligen Kick. Jede Platte bisher schien in ihrer agilen, weitestgehend innovationsfreien Spielart zugänglich, einnehmend, integer. Logisch: Die Band, die den Transfer von Platte auf Live-Gig großartig beherrscht, geht mit dem fünften Album den exakt gleichen Weg. Harris streut wieder Verve, Nachdenklichkeit, Aggressivität und Coolness über Power-Punk-Songs (wie „I Don’t Believe You“) oder abgehangene Midtempo-Dinger (wie „You Changed My Life“, „Not Like Any Other Feeling“). Das Ergebnis unterscheidet sich in nichts von Bisherigem und ist trotzdem so mit dem Zeitgeist assoziierbar, wie die Trauerklöße von Weezer es gerne noch wären. The Thermals sind auf dem besten Weg, die Ramones von Indie-Rock zu werden – jeder Song klingt nach The Thermals, kaum ein Hörer kann sich der Ansprache entziehen. Die Band ist auf dieser von Chris Walla schonungslos auf Live-Sound getrimmten Platte mal wieder zu gut. Zu gut sein kann man auch ohne Geheimnisse.

“Personal Life” ist bereits bei Killrockstars/Cargo erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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The Thermals - Now We Can See

61nybhmg4ol_sl500_aa240_Kinder, lernt doch mal einen vierten Akkord! mochte man den Thermals bislang zurufen. Durchaus väterlich-wohlwollend: Sollen die mal ihre Punkmusik spielen. Inzwischen klingen die Bitten panischer: Musstet ihr jetzt auch noch den dritten verlernen?! „Now We Can See“ hört sich in jeder Sekunde, jedem durchgeschlagenen Akkord, seiner ganzen Stop&Go-Dynamik nach den Thermals an. Damit das auch hundertprozentig klappt, muss sich die Band kleiner machen als sie ist. Wäre es möglich, die drei vorangegangenen Alben wie Punktmengen übereinander zu legen, fände „Now We Can See“ ausschließlich dort statt, wo diese sich sich überlappen. So überraschungsarm und homogen ist die Platte, dass man nach drei Songs das gesamte Album kennt. Wenigstens kennt man es nach einem kompletten Durchlauf dann richtig gut. Vom Indielabel „Sub Pop“ ist die Band zum Nochmehrindielabel „Kill Rock Stars“ gewechselt, kein Wunder, dass es wirkt, als würden die Thermals rückwärts altern. Noch auf „The Body The Blood The Machine“ klangen sie in den besten Momenten wie Guided By Voices ohne Bock auf Experimente. „Now We Can See“ klingt nur noch wie Thermals ohne Bock. Selbstbeschränkung ist was für Stadionacts, Kinder.

“Now we can see” erscheint am 03. April bei Kill Rock Stars/Cargo Records.

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