Beiträge zum Stichwort: Thomas Brinkmann

Soul Center - General Eclectics

soul-centerDas Chamäleon wechselt wieder einmal die Farbe: „When Horses Die“ war eine dunkle Schattenmacht mit bluesigem Einschlag, „Lucky Hands“ ein Popalbum mit luftigem Tanzflurversprechen, das selbst für in Indieketten gefangene Hörer kompatibel schien. Jetzt schlüpft Thomas Brinkmann zum vierten Mal in den Mantel namens Soul Center und überrascht schon wieder mit einer Rolle rück- und vorwärts. Der Minimalbruder im Geiste von Mike Ink schaufelt nahezu ohne Samples die Gründungsmythen des Techno frei. Will heißen: Soul. Mit Pomp und Spannungsbogen. Vom entschleunigten Opener „Marmelade“ bis hin zum mit den Lyrics des russischen Futuristen Aleksei Kruchenykh beträufelten Rausschmeißers „Dyr Bul Scyl“, der eine Geschichte erzählt, die nach vier Buchstaben endet: Rave. Für so viel künstlerische Ambition ist es kein Muss, dem rheinländischen Elektronikmilieu in Herkunft und Geisteshaltung verbunden zu sein, es ist aber ungemein nützlich, wie man bei Brinkmann sieht. Dem geneigten Hörer soll es recht sein, denn beim nächsten Album ist er ohnehin schon wieder ganz woanders.

“General Eclectics” erscheint am 11. September bei Shitkatapult.

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