Beiträge zum Stichwort: TripHop

Funki Porcini - On

funki_porcini_-_onFamilienaufstellung first: Mitte der 90er war das Ninja Tune-Label das heiße Ding. Dunkler Downbeat, TripHop allerorten und es wurde gesampled was das Zeug hielt. Dieses Universum wurde durch zwei Alben zusammen gehalten: DJ Shadows „Endtroducing“ war das bedrohliche Massaker am einen Ende, Funki Porcinis „Hed Phone Sex“ das luftig-jazzige Gegenstück am anderen Ende. Fünfzehn Jahre später und acht Jahre nach seinem letzten Ninja Tune-Release „Fast Asleep“ ist James Braddell alias Funki Porcini erneut als Fallensteller allererster Güte zurück. Was im ersten Hördurchgang als eingängiger Jazz-Dreampop durchgeht, entwickelt bei näherer Betrachtung Widerhaken en masse: Die Jazz-Breaks sind Blaupausen für Amok-Tüftler wie Amon Tobin, die nahezu comicartigen Piano-Sequenzen schwimmen im Ozean der Boards Of Canada. Im Gegensatz zu seinen vier vorherigen Alben verzichtet Braddell weitaus stärker auf Samples zu Gunsten knackiger Live-Instrumentierung. Dennoch: Es ist nicht mehr 1995 und der Begriff Future-Jazz ist passé. Der Fluch der guten Tat, wenn man die Zukunft schon vor fünfzehn Jahren vorgezeichnet hat.

“On” erscheint am 14. Mai via Ninja Tune / Rough Trade.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.

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Massive Attack - Heligoland

massive-attackDas Comeback-Album von Massive Attack eröffnet Tunde Adebimpe von TV On The Radio, der den dunklen Loop ‘n’ Roll seiner Band vorsichtshalber mitgebracht hat. Der verträgt sich gut mit dem groovelastigen Minimalismus der einstigen TripHop-Posterboys, die auf „Heligoland” so viele alte Bekannte und neue Gesichter um sich geschart haben, dass die Platte mehr nach Producer-Album als nach einer Band klingt. Dumpf-rauchiger Downbeat findet sich kaum, Robert „3D” Del Naja verleiht den Tracks ein crispes Hi-Fi-Gerüst, durch das knisternde Samples nur selten schleichen, wie Geister der Vergangenheit. Am Mikro gastieren neben den üblichen Verdächtigen Horace Andy und Martina Topley-Bird außerdem Guy Garvey von Elbow, Hope Sandoval und Damon Albarn. Soviel Starpower hätte es gar nicht bedurft, um sich Gehör zu verschaffen.

“Heligoland” erscheint am 5. Februar bei EMI.

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Nicht vergessen: Earthling

earthling-radarZeit, einer der großartigsten Gruppen ever zu huldigen: Earthling. “Radar” ist der vielleicht größte Schatz meiner Audio-Sammlung. Ans Herz gelegt werden müssen auch die “Blood Music EP” (inklusive einer fantastischen Version von “Because the night”) und die leider nur in den Untiefen des Netzes auffindbare “verschollenen” zweite Platte, auf der mit “Saturated” der vielleicht cremigste Song (mit Ray Manzarek am Tastenspiel) der TripHopPop-Geschichte zu finden ist. Und als privater Sidekick: Das Earthling-Konzert 1996 im Londoner “Subterrania” hat mir meine Hüften gegeben. Was für ein Gewinn.

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Tricky - Council Estate

Der teuflische Quengel-TripHop hatte sich bei Tricky ja (leider) erledigt, als irgendwann eine schnöde Lebensmittelallergie als Grund allen Übels bei dem keifenden Herrn festgestellt wurde. Das ist dann sowas ähnliches wie “zu Gott finden” - Das ist außer Nick Cave auch noch niemandem künstlerisch bekommen. Aber jetzt scheint Tricky wieder ungesunde Nahrung zu sich genommen zu haben, denn die erste Single seines im Herbst erscheinenden Albums “Knowle West Boy” beißt wieder anständig zu. “Council Estate” ist der Name besagten Stückes und ist im besten Dave Cunningham-Style in Bilder gepresst.

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