Beiträge zum Stichwort: U2

The Pains Of Being Pure At Heart – Belong

painsWer sich dank ihrer nur unzureichend kaschierten Verehrung für die Field Mice in The Pains Of Being Pure At Heart verliebte, darf weiter schwärmen: Kip Berman singt die meiste Zeit immer noch unter Zimmerlautstärke, wenn auch das Produzentenduo Flood und Alan Moulder der Band gezeigt hat, wo sich an ihren Amps die Lautstärkeregler befinden. Die Ankündigung, dass die U2-Spezis Hand an eine der verhuschtesten US-Indiebands der letzten Jahre legen würden, sorgte für Unruhe – und tatsächlich klingt der Titeltrack unerwartet nach deren Schützlingen Smashing Pumpkins. Und es steht ihnen gut. Die Pains haben auf „Belong“ kräftemäßig ein Extraleben spendiert bekommen, die Songs klingen aber nach wie vor nach Sehnsucht und Teenage Entfremdung. „ The Pains Of Being Pure At Heart“, das Debüt, mag eine eigene Ästhetik gehabt haben, „Belong“ klingt weniger homogen. Willkommen in der Welt! Die Alternative wäre gewesen, in einer schuhkartongroßen Nische zu bleiben.

„Belong“ ist bereits bei Slumberland erschienen.

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Helgi Jonsson - For The Rest Of My Childhood

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Ein weltweit bekannter Star wolle er werden. So die Ansage von Helgi Jonsson im Jahre 2005. Man mag diesen Übermut dem Umstand zuschreiben, dass er zu dieser Zeit in Österreich wohnte und dort die Einschätzung des eigenen musikalischen Talents ja häufig etwas verquer vonstatten geht. Mittlerweile ist Helgi wieder zuhause. In Island. Und wie es sich für ein Land mit der Einwohnerzahl einer gut gefüllten Telefonzelle gehört, hat jeder schon mit jedem. So war auch Helgi Jonsson schon mit Teitur und Sigur Ros im künstlerischen Bette. Einen Link zu seinem aktuellen Album zu finden, fällt dennoch schwer. “For The Rest Of My Childhood” ist ein typisch schwermütiges Pop-Album, das die benötigte Prise Melancholie und Tragik besitzt, allerdings keine Falltüren aufstellt, nichts hinter der nächsten Ecke vermuten lässt. Dafür trägt Jonsson auf dem Cover einen Hut, den U2-Frontmann Bono Ende der 80er auch gerne spazieren trug. Und man liegt auch nicht komplett daneben, wenn man die wabernde Stimme Jonssons irgendwo zwischen eben diesem und Thom Yorke verortet. Allerdings über spacigeren Songs als der Ire und weniger beeindruckenden als der Irre.

“For The Rest Of My Childhood” ist bereits bei Sevenahalf erschienen.

Foto: Lia Saile

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Glasvegas - Glasvegas

glasvegasDer mundartliche Bezug im leidlich originellen Wortspiel des Bandamens hat immerhin seine Berechtigung: „Glaswegian” ist der in Glasgow gesprochene Dialekt, und während Bands wie Travis oder Teenage Fanclub sich - wenn auch nur in ihren Songs - des heimischen Zungenschlags enthalten, umarmen Glasvegas ihre schottische Herkunft. Ihr Debüt profitiert darum von einem gewissen Exotenbonus, wenn die Musik auch nur Altbekanntes mit Augenmaß zusammenrührt. Die nicht auf dem Album enthaltene B-Seite „Be My Baby” wirkte in dieser Hinsicht wie ein Offenbarungseid: Die Wall Of Sound des Ronettes-Klassiker wird mit Jesus-&-Mary-Chain-Gitarren nachgespielt - womit man bereits zwei der Haupteinflüsse identifiziert hätte. Dabei sind flehende Liebessongs ansonsten nicht das Metier der Band: Die Singles „Geraldine” und „Daddy’s Gone” sind in Popsongs gepresste Sozialdramen, die lyrisch schlicht, aber tief empfunden sind. Die großen Ambitionen sind deutlich herauszuhören, und auch hierzulande scheint der erste Hype des Jahres beschlossene Sache zu sein. Die zweite Assoziation des Bandnamens, die mit Glamour und Neonreklame, mag heute noch bitter und sarkastisch sein. Aber wer weiß? Nach ein paar Jahren und Wagenladungen verkaufter CDs könnten Glitterfummel und U2-Komplex warten. Auch wenn die Musik aus dem Keller kommt, Stadien kriegt man damit problemlos beschallt.

“Glasvegas” ist am 30. Januar bei Columbia/Sony erschienen.

Mit freundlicher Genehmigung von “Hamburg Pur“.

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