Beiträge zum Stichwort: Vampire Weekend

[Album] Vampire Weekend – Modern Vampires Of The City

vampire_Von Emporkömmlingen mit komischen Weltmusik-Einflüssen zu saturiertem Indiepop-Inventar: Vampire Weekend könnten, nun da sie nicht mehr grün hinter den Ohren sind, auch mit dem künstlerischen Großwerk rausrücken, das bestimmt in ihnen steckt. Allerdings noch nicht mit „Modern Vampires Of The City”. Ihr drittes Album muss hinter der Frische von „Vampire Weekend” und der Melodiedichte von „Contra” zurückstecken, ein Ausfall ist es deswegen noch nicht. Was sich bereits auf „Contra” andeutete: Vampire Weekend sind am Besten, wenn sie Schlagseite ins Sentimentale haben, eine Charakteristik, die dem Debüt noch vollständig abging. „Step” und „Don’t Lie” sind die ruhigen Höhepunkte auf „Modern Vampires”, während die hektische Single „Diane Young” nur wegen Ezra Koenigs Gesang nicht komplett absäuft. Ganz schön gut, geht aber besser.

“Modern Vampires Of The City” ist bereits bei XL/Beggars/Indigo erschienen.

Als Goodie: Das komplette Vampire-Weekend-Konzert vom “Coachella”-Festival 2013:

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[Konzert] HEUTE: Lord Huron – Prinzenbar

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Je nachdem, aus welchem Blickwinkel man sich den Songs von Lord Huron nähert, hört man die Harmonien der Fleet Foxes oder die hüpfende Weltmusik-Annäherung von Vampire Weekend heraus. Ben Schneider, der Songwriter hinter dem Band gewordenen Soloprojekt, zerreißt es in seinen Songs förmlich zwischen Innerlichkeit und Fernweh, das Ergebnis ist spannender als es auf einem von neuen Folkplatten übersättigten Musikmarkt sein dürfte. Das Anfang des Jahres erschienene Debütalbum „Lonesome Dreams” ist zwar eine etwas rustikalere Angelegenheit als die frühen EPs, die sich stärker auf elektronische Spielereien einließen, Eigenständigkeit beweist die Songsammlung dennoch – so leicht geht die Rechnung VW + FF dann doch nicht auf. Wer etwa den Film „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford” mochte, freut sich über Lieder, die oft nach feuchtem Gras und eiskaltem Wind in den Bergen riechen.

Wann: Heute, 13.2., 20 Uhr
Wo: Prinzenbar
Wieviel: ab 14 Euro

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[Album+Video] Retro Stefson – Kimbabwe

retro-stefsonBerlin, deine Gastarbeiter. Die siebenköpfige Band aus Island hat sich in bescheidenen Wohnverhältnissen im Stadtteil Moabit eingemietet. Was vermutlich eher von Ortsunkundigkeit denn dem Wissen ums nächste Hype-Viertel in den Gentrifizierungskriegen zeugt. Aber die Band ist jung genug (alle gerade mal um die 20), um sich das anzutun. Schließlich verspricht Berlin dafür ja auch eine Anbindung an schicke Szene und bietet mehr Handlungsspielraum bei der Reiserei. Auch ästhetisch eine gute Entscheidung, denn der eklektische, aufgeräumte wie spannungsreiche Sound der Band ist eher metropolen- denn inseltauglich. Bei der Single „Kimba“ fühlt man sich erinnert an die frühen Phoenix, nur statt Sleaziness regiert bei Retro Stefson skandinavische Zurückhaltung. Ein weiterer Verweis muss dann auch noch Vampire Weekend sein, auch wenn’s die Band scheinbar nicht (mehr) gern hört. Aber wer so offensiv mit Weltklängen in einem smarten Pop-Song aufwartet, der sollte das mit Fassung tragen. Eine schmeichelige Platte mit viel kleinem Glamour und gefeilten Ecken. Willkommen im Lande, setzt euch, nehmt euch einen Keks.

“Kimbabwe” ist bereits bei Vertigo/Universal erschienen.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Intro.


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Vampire Weekend – Holiday

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Vampire Weekend – Giving Up The Gun

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Vampire Weekend – Contra

51iqpiwzqyl_ss500_Jeder Band sieht man es nach, wenn das zweite Album nicht zum mutigen künstlerischen Statement gerät. Man kann dem auch einiges abgewinnen: Fehlte den zweiten Alben von Interpol und den Strokes zwar das Überraschungsmoment, ist der unveränderte, aber gereifte Sound den jeweiligen Debüts vorzuziehen. Vampire Weekend haben mit „Contra” stattdessen das Kunststück geschafft, sich hörbar weiterzuentwickeln – und das Ganze dabei dennoch verflucht zwangsläufig klingen zu lassen. Die erste Single „Cousins” lullt noch in Sicherheit – dabei ist der Track „Horchata”, der vorab im Netz zu hören war, viel repräsentativer für das Album: Pluckernde, punchy Elektronik ist mal mehr, mal weniger prominent in den Songs vertreten. Die Eins-Zwei-Schlagkombination der Eröffnung mit „Horchata” und Ezra Koenigs größtmöglicher Paul-Simon-Annäherung „White Sky” lässt kurz melodieselig taumeln, aber nicht straucheln: Das engmaschige Gerüst aus Afrobeat, hellen Gitarrenplings und gebrochenen Synthieakkorden hat einen dann bereits fest im Griff. Mit „Taxi Cab” und „I Think Ur A Contra” hat Koenig dabei gleich zwei berührende Schmerzepisoden geschrieben, für die es auf dem Debüt keine Entsprechung gibt. So jung und schon so gut. Dabei sollte doch erst das dritte Album das schwierige sein.

“Contra” ist bereits bei XL Beggars/Indigo erschienen.

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