[Album+Video] Wilco – The Whole Love
15. Oktober 2011
Die letzten Wilco-Alben schienen ein bisschen selbstgenügsam, zufrieden damit, gute Songs in eine vernünftige Reihenfolge gebracht zu haben. “The Whole Love” wirkt hungriger: Der erste Track “Art Of Almost” flirtet mit Krautrock wie es die Band seit “A Ghost Is Born” nicht tat, ist ein ausuferndes, laut kreiselndes Rockstück, das viel zu aufgekratzt ist für eine Band, die den Kram seit 15 Jahren macht. Und dann explodiert. Was für ein Anfang. Der Aggregatzustand von “The Whole Love” kann sich von einem Moment auf den nächsten ändern, wo man eben noch gedankenverloren im Fluss trieb, schickt einen Bandkopf Jeff Tweedy gleich wieder auf gefährliches Glatteis. Ursprünglich mal so etwas wie Country, hatten sich Wilco mit “Yankee Hotel Foxtrot” von 2001 in einen genialischen Rausch gespielt, wo Genregrenzen nicht kümmern. Davon hat sich die Band nicht erholt: Die Musik, die Jeff Tweedy in seinem Kopf hört, hat alle Schubladen hinter sich gelassen. So schön wie heute klang sie lange nicht.
“The Whole Love” ist bereits bei Anti/Indigo erschienen.
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